Isabel A. 15.07.2026
Vier Wochen nach unserer Wanderung im Valle del Lys Mitte Juni: Zurück bleiben im Kopf großartige Landschaftsbilder. Gletscherfelder am Horizont, Fels und blumenübersäte Hochwiesen, Almen und Milchvieh in tieferen Lagen, alte Gebäude im Grauton des lokalen Gesteins.
Die Zusammenstellung der Touren folgt einer Dramaturgie, es gibt eine Annäherung an das Monte Rosa Massiv in Etappen. Bei der 2-ten Wanderung von Sassa nach Bosc zeigt es sich erstmals von Ferne, um sich auf Wanderung 3 (zum Rifugio Barma) und 4 wieder hinter niedrigeren Gipfeln zu verstecken. Erst am 5-ten Tag, nach dem Aufstieg ab Niel, lugt oben am Col Lazouney eine gletscherbedeckte Spitze hervor, aber eben nur ein Zipfel des ganzen Massivs. Dafür geht es dann durch eine spektakulär schöne Hochebene, auf der sich das Wasser der umliegenden Berge sammelt. Und dann plötzlich tut sich beim Abstieg über das Loo-Tal zur Alm Békléné ein überraschender Blick auf: nicht auf Monte Rosa, sondern auf den Mont Blanc.
Das Monte Rosa Massiv selbst kann dann aber bei der Wanderung am 6-ten Tag (ab Gressoney-Saint-Jean) in seiner ganzen Breite bestaunt werden. Nach dem Aufstieg durch den Wald steht es für ca 5 Stunden vor den Augen der Wandernden.
Zu diesem Weg, dem sogenannten Balkonweg sei noch angemerkt, dass Stefano Ghisafis Hinweis auf eine "kritische Stelle", die zu passieren sei, angebracht ist. Für uns aber war "kritisch" nicht die kurze seilversicherte Felspassage ziemlich am Ende der Tour (die fanden wir sicher). Es war eher das breite und steile Blockfeld kurz danach, das Mühsal bereitete. Die großen, aber immerhin fest verkeilten Felsblöcke rauben die Übersicht. Die Querung will kein Ende nehmen. Dank Stefano und Co. sind aber die Markierungen, die zumindest die ungefähre Richtung vorgeben und durch das Chaos lotsen, sehr gut sichtbar. (Wie überhaupt bei der gesamten Tour die Orientierung dank hervorragender digitaler Karte, Papierkarte und physischer Wegmarkierungen bestens gelingt).
Die Highlights ganz am Schluss der 9-tägigen Tour sind dann der Aufstieg zur Orestes Hütte (mit der veganen Verköstigung) und der Tag danach mit seinen wunderbaren Aussichten.
Ein ganz großer Dank hier nochmals an alle, die zum Gelingen dieser Tour beigetragen haben, auch die freundlichen Gastgeberinnen wie Roberta und Rita und ganz besonders an den Wander"tutor" Stefano, der im Hintergrund immer dabei war. Bei wirklich kritischer Wetterlage hätten wir sofort seinen Rat eingeholt, aber das war in unserer Wanderwoche glücklicherweise nicht nötig.