Eselwandern in den Abruzzen - Eselwanderung Italien

Sie wandern mit einem Esel in gemächlichem Tempo durch die wunderschöne Natur der Abruzzen. Beim Eselwandern geht es meist über einsame Strecken und Sie werden kaum Menschen oder Autos begegnen. Ohne Stress, ohne Eile, ohne Lasten - Ihr Esel trägt das Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft.

  • Individuelles Eseltrekking in den Abruzzen
  • Wanderung durch unberührte Natur und romatische Bergdörfer
  • Entschleunigung und Abenteuer
  • Regionalpark Sirente-Velino in Mittelitalien
  • Individuelles Eselwandern, Eseltrekking in Italien

    Eselwandern (auch Eseltrekking genannt) - das bedeutet Wanderungen mit Esel als Führer durch die freie Natur: Die perfekte Entschleunigung von Alltags- und Berufsleben und ein unvergessliches Erlebnis für Familie mit Kindern.

    Die Abruzzen liegen in Mittelitalien und sind touristisch bisher noch weitgehend unentdeckt - ein ideales Terrain zum Eselwandern! Denn die Region in Italien hat schöne saubere Strände, fast 3.000 m hohe, wuchtige Bergmassive, unberührte Natur, romantische Städte und Bergdörfer mit zahlreichen Kirchen, Burgen und Palazzi. 

    Lassen Sie den Stress zu Hause, schalten Sie vom Alltag ab und begeben Sie sich auf ein Abenteuer mit unseren langohrigen Begleitern. Im Eseltempo geht es durch einen Canyon im Aterno-Tal, über weite Hochebenen und blühende Wiesen. Sie wandern auf wilden Wegen durch so gut wie unberührte Natur, meistens treffen Sie keine Menschenseele unterwegs. Wenn Sie dann an den Etappenzielen in den urigen kleinen Bergdörfern ankommen, werden Sie jedoch mit typisch abruzzesischer Herzlichkeit empfangen und kulinarisch verwöhnt. Unterwegs tragen die Esel einen Teil ihres Gepäcks auf speziellen Packsättteln. Doch die Esel sind nicht nur „Lastenträger“, sondern leisten Ihnen als „Wanderkumpels“ Gesellschaft. Auf unserer Eselwanderung übernachten Sie in Pensionen, Ferienwohnungen oder Agriturismi.

    1. Tag - Anreise zum Eselwandern nach Goriano Valli

    Anreise zum Eseltrekking nach Goriano Valli bis ca. 17 Uhr. Nach Ihrer Ankunft wird die Route der Eselwanderung mit Ihnen besprochen und Sie lernen Ihren Esel kennen. Abendessen und Übernachtung in Goriano Valli.

    2. Tag - Wandern ins Aterno-Tal nach Acciano

    Bei einer ausführlichen Einführung lernen Sie Ihre Esel zu striegeln, die Hufe auszukratzen und wie man die Esel sattelt und bepackt. Dann geht es los! Sie werden noch ein Stückchen begleitet, um den Umgang mit den Eseln zu erklären und dann geht es auf eigene Faust mit einer detaillierten Wegbeschreibung weiter. Heute führt der Weg erst einmal bergab: hinunter ins Aternotal, durch die frühere Mühlengegend. Etappenziel heute ist Acciano – erkunden Sie hier, was es mit „dem Riesen von Acciano“ auf sich hat! Sie übernachten in einem kleinen Bed & Breakfast im Ort. Abendessen gibt es in der dazugehörigen Trattoria.
    Goriano Valli (683m) - Acciano (600m) ca. 8 km, lange bergab, kurz eben, am Ende kurzer steiler Aufstieg, Gehzeit etwa 4-5 h

    3. Tag - Wandern durch einen Canyon, Burgruine Fontecchio

    Heute wartet eine lange, aber spannende Etappe auf Sie! Bei Acciano beginnt der Wanderweg durch einen Canyon, durch den der Aterno fliesst. Rechts und links steigen immer wieder interessante Felsformationen auf. Dann geht es kurz aber steil bergauf zur Burgruine Beffi, von der aus man einen herrlichen Ausblick auf das ganze Tal hat. Weiter geht es über Succiano auf einem von alten Eichen gesäumten Weg bis nach Fontecchio. Ihre Unterkunft befindet sich in einem Originalgebäude in der mittelalterlichen Altstadt. 
    Acciano (600m) - Fontecchio (668m), ca. 14 km, viel ebene Strecke, zwischendurch zwei kurze steile Aufstiege, Gehzeit etwa 6-7 h

    4. Tag - Bominaco

    Von Fontecchio aus geht es beim Eselwandern sanft bergauf: durch den mittelalterlichen Borgo San Pio über die Berge bis nach Bominaco. Hier lohnt sich beim Eseltrekking der Besuch der kleinen Pilgerkirche San Pellegrino, einer der schönsten Kirchen der Abruzzen, die im Inneren komplett mit bunten Fresken bemalt ist. In Bominaco gibt es außerdem eine Burgruine - ein aufregendes Erlebnis für Kinder. Dann geht es weiter nach Caporciano, wo Sie übernachten.
    Fontecchio (668 m) - Caporciano (750 m), ca. 11,2 km bergauf / eben, 500 Hm Aufstieg, 314 Hm Abstieg, Gehzeit etwa 5-6 h

    5. Tag - Majella, Sirente und Gran Sasso

    Über Feld- und Waldwege führt die Eselwanderung hinauf zur kleinen Bergkirche San Erasmo. Von hier aus sehen Sie alle "fast"-Dreitausender der Gegend: Majella, Sirente und Gran Sasso. Dann geht es beim Eseltrekking steil bergab durch den Wald, der bei den großen Bränden 2007 verwüstet wurde. Es ist spannend zu sehen, wie langsam das Leben wieder erwacht: zwischen verkohlten Zweigen sprießen neue Blätter und der Boden ist wieder mit Gras und Blumen bedeckt. Etappenziel ist heute Beffi / San Lorenzo.
    Caporciano (750 m) - Chiesa di San Erasmo (1.156m) - Beffi / San Lorenzo (550m)  ca. 13 km, sanft bergauf, steil bergab, 485 Hm Aufstieg, 698 Hm Abstieg, Gehzeit etwa 5-6 h

    6. Tag - Wehrturm von Goriano Valli

    Die letzte Etappe der Eselwanderung ist kurz aber steil: Von Beffi / San Lorenzo wandern Sie ein Stück am Fluss entlang, welchen Sie später an einer kleinen römischen Brücke überqueren. Auf einer alten Mulattiera geht es bergauf, am alten Wehrturm von Goriano Valli vorbei, wieder nach Goriano Valli.  Der Abschied vom Esel fällt schwer, die letzte Karotte wird gezückt. Zum Abschluss erwartet Sie ein Aperitiv mit lokalem Wein bei Adriana im Weinberg: mit wunderbarer Aussicht von ihrem Hochsitz! Sie übernachten noch einmal in einer Ferienwohnung oder im B&B in Goriano Valli.
    Beffi / San Lorenzo (550 m) - Stazione di Beffi (495 m) - Goriano Valli (683 m) ca. 7,4 km, bergauf, eben, 263 Hm Aufstieg, 121 Hm Abstieg, Gehzeit etwa 3-4 h

    7. Tag - Individuelle Abreise von der Eselwanderung

    Individuelle Abreise von Ihrer Eselwanderung.

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    Genug gewandert, aber noch mehr Lust auf Erlebnisse und Urlaub mit Tieren? Dann genießen Sie doch eine Fahrt, bei der Sie selbst Kutscher, Stallbursche und Fahrgast sind! Über die Reise mit dem Zigeunerwagen durch die Vogesen informieren Sie sich unter Zigeunerwagenferien Vogesen.

  • Besondere Hinweise
    • Routenverlauf vorbehaltlich witterungsbedingter Änderungen
    • Anforderungen: mittlere bis gute Kondition; Gehzeit von 3-7 Stunden pro Tag; teilweise steile Etappen
    • Das Gepäck wird durch mind. 2 Esel getragen und auf 10 kg pro Person begrenzt. Übergepäck muss selbst getragen werden.
    • Die Esel sind keine Reitesel. Das Reiten ist aus sicherheits- und versicherungstechnischen Gründen zu keiner Zeit erlaubt.
    • Von Mitte Juni bis Anfang September sind hohe Temperaturen möglich. Ein frühes Loswandern am Morgen wird unbedingt empfohlen (bei den langen Etappen spätestens 7 Uhr).
    • Die Wanderung ist für Personen mit Mobilitätseinschränkung nicht geeignet.
    Unterkunft und Verpflegung
    • Übernachtungen in Zimmern und/oder Ferienwohnungen in landestypischen Pensionen oder Agriturismi
    • Vegetarische (vegane, lactosefreie, glutenfreie) Verpflegung kann auf Vorbestellung bestmöglich organisiert werden (bitte frühzeitig anmelden)
    Für Kinder
    • Die Wanderung ist für lauffreudige, wandererfahrene Kinder ab 10 Jahren empfehlenswert.
    Haustiere
    • Ein Hund kann auf Anfrage mit (Reinigungsentgelt, zahlbar vor Ort). Voraussetzung ist, dass er gut erzogen ist und sich mit anderen Tieren (Eseln) verträgt.
    Klima
    • Beste Reisezeit ist ab Mitte April bis Mitte September. Doch auch wer im August kommt, sollte bei Bergtouren immer einen warmen Pullover dabei haben - oft weht ein schneidend kalter Wind, selbst wenn die Sonne vom strahlenden Himmel lacht. Apropos Sonne: Unterschätzen Sie nicht die Sonneneinstrahlung im Hochgebirge, sie ist stärker als an der Küste! Spitzenreiter in puncto Regenwetter sind die Monate im Frühling bis Mai und Anfang Juni, sowie im Herbst ab September. Vor allem in dieser Zeit sollte eine Regenjacke im Gepäck dabei sein! Im Sommer ist in der Regel nur mit vereinzelten Gewittern zu rechnen.
    Anreise
    • Mit der Bahn: Bahnfahrt nach Molina-Castelvecchio, L´Aquila oder Sulmona. Fahrzeit je nach Verbindung z.B. ab München ca. 16-20 Std., ab Frankfurt ca. 19-22 Std. Transfer ab/bis Molina (ca. 15 km) oder Taxi ab/bis L’Aquila (ca. 36 km) oder Sulmona (ca. 40 km) auf Anfrage und Aufpreis.
    • Mit dem Auto: Anreise nach Goriano Valli, Fahrzeit z.B. ab München ca. 9 Std. (ca. 990 km), ab Frankfurt ca. 12 Std. (ca. 1.310 km).
    • Mit dem Flugzeug: Flug nach Rom, vom Flughafen weiter mit dem Zug zum Bahnhof Tiburtina (Fahrzeit ca. 45 Min., Fahrplan) und dann mit dem öffentlichen Bus nach L’Aquila (Fahrzeit ca. 1,5 Std., Fahrplan), dort Umsteigemöglichkeit in öffentlichen Bus nach Goriano Valli (Fahrzeit ca. 45 Min., Fahrplan) oder Taxi auf Anfrage und Aufpreis. Oder: Flug nach Pescara, vom Flughafen weiter mit dem Bus bis Pescara Hauptbahnhof (Fahrzeit ca. 20 Min.) und dann mit dem Zug weiter nach Sulmona, Umsteigemöglichkeit in einen weiteren Zug bis Molina (Fahrplan). Transfer ab/bis Molina- Castelvecchio oder Taxi ab/bis Sulmona oder L’Aquila auf Anfrage und Aufpreis. Alternativ Flug nach Rom oder Pescara und von dort weiter mit dem Mietwagen. 
    • Klimabewusst reisen: Fliegen Sie atmosfair!

    Gerne sind wir Ihnen bei der Planung und Buchung der Anreise behilflich. Weitere Informationen lesen Sie bitte unter Anreise.

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  • Leistungen
    • 6 Übernachtungen mit Frühstück in Zimmern und/oder Ferienwohnungen in landestypischen Pensionen
    • 5 x Lunchpakete an den Wandertagen
    • 6 x Abendmenüs (oft mehrgängig, hauptsächlich mit lokalen Produkten) inkl. Getränke, wie Wasser, Softgetränke, Hauswein & Bier (in San Lorenzo bzw. Succiano nur alkoholfreie Getränke)
    • am letzten Tag in Goriano Valli: kurze Besichtigung des Weinbergs, 1 Glas Wein (Kinder Saft o. ä.) & kleiner Imbiss mit lokalen Produkten
    • Gepäcktransport (max. 10 kg pro Person) durch mind. 2 Esel 
    • Einführung und Begleitung am Anfang der 1. Wanderetappe
    • ausführliche Wegbeschreibungen
    • deutschsprachige Ansprechpartnerin vor Ort
    Zeitraum   01.05. - 31.10.2020
    Eselwanderung (6 Nächte) pro Erwachsene/Kind (ab 15 J.)   780 €
      pro Kind (bis 14 J.) im Zimmer mit 2 Vollzahlern 515 €
      pro Kind (bis 14 J.) im Zimmer mit 1 Vollzahler 550 €
      pro Kind (bis 14 J.) bei 2 Vollzahlern und 2-3 Kindern im eigenen Zimmer 550 €
    Zusatznacht mit Frühstück in Goriano Valli pro Erwachsene/Kind (ab 15 J.) 40 €
      pro Kind (bis 14 J.) 25 €
    "Pausentag" mit Frühstück und Esel in Fonteccio pro Erwachsene/Kind (ab 15 J.) 60 €
      pro Kind (bis 14 J.) bei 2 Vollzahlern und 2-3 Kindern im eigenen Zimmer 45 €
      pro Kind (bis 14 J.) im Zimmer mit 2 Vollzahlern 25 €
    • auf Anfrage (wetterabhängig) auch schon ab Ende April buchbar
    • Mindestteilnehmer: 2 Personen, empfohlenes Mindestalter für Kinder 10 J.
    • Zusätzlicher Esel auf Anfrage á 150 €
    • Hund auf Anfrage Reinigungsentgelt á ca. 40 €
    • Bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Transfer ab/bis Molina-Castelvecchio pro Strecke á 20 € (auf Vorbestellung, bis 7 Pers.) oder Taxi ab/bis Sulmona oder L’Aquila ca. 80 € pro Strecke
    Preis berechnen
  • Bildergalerie
    Entschleunigung vom Alltag.
    wohlverdiente Pause
    Einführungsrunde am 1. Tag
    In tierischer Gesellschaft durch beschauliche Dörfer.
    Gut ausgeschilderten Feld- und Waldwege.
    Rast in einem ehemaligen Hirtendorf.
    Übernachtung in einem ausgebauten Wehrturm.
    Tolle Bedingungen für die Esel.
    Verschnaufpause für Mensch & Tier.
    Mit Eseln auf Tour - ein unvergessliches Erlebnis!
    Das hübsche Bergdorf Fontecchio.
    ein Platz mit Brunnen in Fonteccio
    Unterkunft im Etappenort Fonteccio
    Einladende Ferienwohnung im Dorf Fontecchio.
    Stilvolle Bäder in historischen Gemäuern (Bsp.)
    Koppeln mit viel Platz fürdie treuen Gefährten.
    Verschnaufpause mit Leckereien
    Bitte an den Sonnenschutz denken!
    An der langen Leine fühlen sich die Esel wohl.
    Ferienwohnung in Goriano Valli mit Sonnenterrasse.
    Wer mag, kann sich auch mal selbst versorgen.
    Übernachten und wohlfühlen.
    Gemütliche Ferienwohnung in Goriano Valli.
    Esel sind kuschelige Gefährten.
    Hmm - schmeckt das lecker!
    Frisches Gras am Wegesrand.
    Gemächlich geht es durch blühende Sommerwiesen.
    Bergkirche San Erasmo
    Gemütlich und entspannt mit Eseln den Weg entlang.
    Typisch Ortschaften in den Abruzzen
    Eseltrekking - ein Erlebnis für die ganze Familie.
    Die Esel wollen auch gepflegt werden.
    Vor dem Bed & Breakfast in Goriano Valli
    Regionalpark Sirente-Velino
    Wohlverdiente Mittagspause für Esel & Wanderer
    Verschnauf- und Trinkpause
    Angekommen im Bergdorf Fontecchio
    Zwischen blühendem Ginster
    Pause für müde Wanderfüße.
    Das kleine Bergdorf Fontecchio
    Mittelalterlicher Wehrturm von Goriano
    Das malerisch gelegene Örtchen Acciano
    Esel beim Grasen in Aterno Beffi Abruzzen
    Eselwandern in den Abruzzen durch Aterno Canyon
    Trekking mit Esel in den Abruzzen im Aterno Tal
    Die Römerbrücke beim Eselwandern
    Start- und Zielort Goriano Valli
    Eine Wasserstelle während der Eselwanderung
  • Reiseberichte

    Im Land der Esel und der Großmütter

    Margaret S.
    27.11.2019
    Juliane steht auf einem schmalen Pfad zwischen dichtem hohen Brombeergestrüpp und einer steil ansteigenden Geröllwand. Ich warte hinter ihr mit der großen Futtertüte für unsere zwei Esel. Damit raschle ich vernehmlich, in der Hoffnung, dass Rosina oder Valerio sich in unsere Richtung bewegen. Aber Valerio streckt uns empört sein Hinterteil zu. Und Rosina, Julianes Eselin, die so gerne Menschenessen wie Brot, Pizzastücke und anderes frisst, schaut misstrauisch, schnaubt hin-und wieder leise und bockt ebenfalls. Ihre Ohren spielen heftig: kein gutes Zeichen. Juliane gibt ihr erst einmal ein wenig Zeit, um sich mit der Situation vertraut zu machen, redet beruhigend auf sie ein. Dann nimmt sie eine Handvoll Dinkel aus meinem Sack auf die flache Hand, lockt und zieht an Rosinas Halfter. Nichts. Ich bin erschöpft und entnervt.

    Wandern in den Bergen ist schon an sich anstrengend. Die Esel tragen zwar unser Gepäck und entlasten uns damit. Aber am zweiten Tag bin ich noch nicht so vertraut mit ihnen, ziehe und zerre an Valerio, der immer wieder stehen bleibt, um Gras zu fressen, und weiß trotz der gestrigen Einweisung unserer Eselvermieterin nicht, ob ich ihn richtig behandle. "Nicht nachgeben, genauso stur wie die Esel sein", hatte sie gesagt. Jetzt fürchte ich mich, einfach so. Was, wenn die Esel verweigern? Sie werden uns bestimmt nicht folgen und sind stärker als wir.

    Juliane lockt weiter, ich raschle weiter und nach gefühlten Stunden, in denen ich innerlich längst aufgegeben habe und Juliane weiter beruhigend auf Rosina und mich eingeredet hat, geht die verfressene Eselin einen Schritt vorwärts. Pause. Und dann noch einen Schritt, der Bann ist gebrochen. Juliane hat es geschafft und belohnt Rosina am Ende des Engpasses mit Futter und Streicheln. Das lässt Valerio, der Leitesel, nicht einfach mit sich geschehen. Er wendet ruckartig und kommt, das Gepäck an der Geröllwand entlang schurrend, hinter uns her galoppiert.

    De Esel waren klüger als wir, wie wir später feststellen mussten. Sie verweigerten zu Recht, denn wir hatten einen falschen Pfad eingeschlagen und mussten zurück. Aber wer kann schon die wenigen schwierigen Situationen in der Erinnerung wichtig nehmen- außer zu Selbsterkenntniszwecken, wenn er das Privileg hat, in einem so ursprünglichen Berggebiet wie dem Nationalpark Sirente-Velino zu wandern. Alles ist in spätsommerlich hellstes Licht getaucht, der Himmel aufgrund der Höhe tiefblau. In den Berghängen röhren schon morgens die Hirsche, es ist Brunftzeit. Die wenigen, trotz Landflucht verbliebenen Landwirte in dieser Gegend leiden unter dem Rot- und Schwarzwild. Es darf nicht geschossen werden, und die auf das Wild angesetzten Wölfe schaffen es nicht, den Bestand zu dezimieren. Wir sehen aber kaum Wild und noch weniger Menschen auf unserer Wanderung. Die Landschaft ist so unberührt! Überall haben wir Ausblicke auf das Massiv des Gran Sasso, der Majella und andere Gipfel der Abruzzen. Terrassierte Felder mit verfallenen Steinmauern, in denen sich Eidechsen, Insekten und Nattern vor uns verstecken, Steineichen und Buchenwälder, Pappeln an den Flussrändern, Wiesen mit letzten Disteln, Johanniskraut, Skabiosen und blühenden Gräsern, die in Gelb-und Grüntönen zittrig in der Sonne glitzern, begleiten uns. In höheren Lagen graue, trockene Abschnitte mit windzerzausten Wachholderbüschen auf karstigem Untergrund. Und an den Waldwegen finden wir große Horte blühender rosa Alpenveilchen. Alles durchstreifen wir auf oft hellgelben, sandfarbenen Wegen mit weißlichen Steinen; Steinen mit denen auch die mittelalterlichen über und unter uns thronenden Dörfer in der Sonne gleißen. Am Ufer des Aterno kommen wir über eine römische Brücke und eine Kapelle mit Fresken aus dem 15 Jahrhundert; vor Goriano Valli passieren wir einem römischen Wachturm. Hätten wir mehr Muße, wir würden in Fontecchio Brunnen und Plätze besichtigen, in Bonaco Kirchen und auf dem Weg weitere Befestigungen und Torri.

    Die Regierung repariert immer noch die Erdbebenschäden von 2009 und 2016: 80% der Sanierungskosten zahlt der Staat, 20% müssen die Einwohner dazu zahlen, die teilweise schon 10 Jahre in Ersatzwohnungen-und Häuschen leben. Da die Häuser erdbebensicher und liebevoll restauriert werden, dauert es unter Umständen 4 Jahre, bis die z.T. noch aus dem 11. Jahrhundert stammenden verwinkelten 2-3stöckigen Häuser wieder hergerichtet sind. Wahrzeichen der Dörfer sind deshalb z.Zt. nicht nur Türme, sondern auch weit in die Täler hinein sichtbare gelbe Kräne. "Für wen der Aufwand?", haben wir uns öfter gefragt, wenn wir durch die manchmal sehr verlassen wirkenden Dörfer spazieren, an vielen Hauswänden kleben "Vendesi", Schilder "zu verkaufen". Luca, ein junger Barbesitzer und B&B Vermieter, hat darauf gleich eine Antwort: "Die jungen Leute ziehen, wenn sie nicht so vernarrt in die Gegend sind wie ich, weg, weil sie keine Arbeit haben. Aber Sie können doch hier ein Haus kaufen und ihre Freunde auch. Die Deutschen haben doch Initiative und Ideen. Dann hat sich das Restaurieren gelohnt".

    In Goriano Valli zu wohnen ist jedoch etwas anderes als Wandern. Wandern heißt: Aufstehen und zum nächsten Ort aufbrechen. Vorher notwendige Arbeiten erledigen: für Essen, Trinken, die Wegbeschreibung sorgen. Dann sind die Esel dran: sie müssen versorgt, geputzt und gesattelt werden. Keine störenden Überlegungen, keine gesellschaftlichen Zwänge, kein sich Zurechtmachen, keine unnötigen Gespräche oder andere überflüssige Schnörkeleien. Wir sind für kurze Zeit, wie die Landwirte in den menschenleeren Gebieten, durch die wir wandern, auf ein geregeltes, von den Jahreszeiten und der Natur bestimmtes Leben festgelegt. Das ist entlastend und beruhigend, so empfinde ich es jedenfalls. Meine Sehnsucht nach diesem Eintauchen in die Natur ist auch nach unserer Wanderung nicht "gestillt". Aber würden wir hier ein Ferienhaus haben, müsste ich wieder Beziehungen eingehen, "nett sein", mich um das Haus kümmern und würde schnell wieder überlegen müssen "was machen wir heute?"

    Das Leben in diesen geschlossenen Dorfgemeinschaften ist für diejenigen, die geblieben oder aus den Großstädten zurückgekehrt sind einfacher, weil sie so viele gute Erinnerungen an die langen Sommerferien bei den Großeltern haben, weil sie an die sinnvollen Tätigkeiten dieser Großelterngeneration anschließen wollen (und davon gibt es viele- auch Luca z.B. kocht, wie er stolz betonte, nach den Rezepten seiner Nonna; Saskia, unsere Eselvermieterin arbeitet mit den Nachkommen der Esel, die einst das Getreide in die Mühlen brachten): sie sind per se Teil der Gemeinschaft und sind äußerst bemüht, ihre Heimat neu zu beleben.

    Aber es ist auch harte Arbeit und keineswegs immer nur idyllisch. Gabriela, z.B., die über 60jährige Winzerin, die ihr Leben lang in Norditalien in großen Unternehmen gearbeitet hat, kehrte mit 50 zurück in ihr Heimatdorf um Wein anzubauen. Daraufhin enterbte ihre Mutter sie, weil sie sich für die Rückkehr der Tochter in ihr armes Dorf schämte. Ihre Kinder schauen skeptisch auf ihre Aussteigermutter und von der erhofften Solidarität der Dorfgemeinschaft ist sie tief enttäuscht. Sie steht, sagt sie, alleine da. Die Wanderinnen genossen ihren sehr guten Wein, ihre liebevolle Bewirtung, waren beeindruckt von so viel Mut und Energie; aber auch bedrückt von der Aura großer Einsamkeit, die die Winzerin ausstrahlte.

    Die Liebe zu ihrem Land ist jedoch auch bei ihr trotzdem groß. Und wenn der Mut sinkt, wenn der Winzerin und den Landwirten die Wein oder Safranernte zu oft von Wildschweinen zerstört wird und sie erwägen aufzugeben, sagt bestimmt ein anderer: "Wir schaffen das. So ein Himmel, so ein Licht, das Meer in einer Stunde erreichbar und unsere Berge ringsherum, das findest du nirgendwo." Was wir nach unserer Wanderung gut verstehen können.

    Traumhafte, herbstliche Familienwanderung in den Abruzzen

    Arianna C.
    20.10.2018
    Diese Wanderung in den Abruzzen hat unsere Erwartungen komplett erfüllt!

    Die sehr gut organisierte Rundwanderung, nach welcher man immer freundlich von den neuen Gastgebern empfangen wurde, hat all unseren Familienmitglieder (inklusive Familienvater, welcher im Vorfeld skeptisch war) sehr gefallen. Die Einsamkeit und Abgeschiedenheit beim Gehen war genial: kein Mensch in Sicht, ausser uns vier.

    Die Abwechslung der in Herbstfarben getünchte Landschaft vom satten Grün der Wachholderbüsche (gesprenkelt mit dem Blau der Beeren), über das Rot von den reifen Hagebutten-Sträuchern bis zum knalligen Gelb der Eichenbäume, war eine Wonne für das Auge.

    Der Magen kam ebenfalls nicht zu kurz, denn man wurde regelrecht vom jeweiligen Hausbesitzer mit italienischem Frühstück und Nachtessen mit lokalen Spezialitäten verwöhnt.

    Auch die Unterkünfte waren sehr abwechslungsreich und ein Abenteuer für sich: vom einfachen Rifugio ohne Wasser und Strom, dem hübsch restaurierten Eselstall der Organisatorin, über ein sehr kitschiges B&B (wo wir aber so fein und originell gespeist haben!), über die mit viel Geschmack und Liebe zum Detail eingerichtete mittelalterliche Stadtmauerwohnung, bis zum edlen Hotel mit sehr schöner Aussenanlage, war alles, wie angepriesen, vorhanden.

    Zu guter Letzt dürfen die treuen Begleiter nicht vergessen erwähnt zu werden, welche das Tragen übernommen und für Stimmung gesorgt haben: die Eselchen! Anfangs ganz gutmütig, zeigte sich doch mit der Zeit ihre eigensinnige Art, welche nicht immer einfach war, aber für unvergessliche Momente sorgte. Die Wandermotivation der Kinder wurde ebenfalls dank der Langohrigen immer stets hoch gehalten und wir Erwachsene haben mal wieder gestaunt, was Tiere bewirken können. Passepartout und Lambretta, ohne euch wäre es nur halb so schön gewesen!

    Urlaub einmal Anders!

    Florian D.
    08.07.2018
    Nachdem wir eine Doku über das Eselwandern gesehen haben, war uns schnell klar, dass wollen wir auch machen. Wir haben gebucht und die Vorfreude war riesig.

    In den Tagen vor der Abreise haben wir ein paar Mal mit Saskia telefoniert. Saskia steht einem immer mit Rat und Tat zur Verfügung. Aber nun zur Reise!

    TAG 1
    Wir sind mit dem Nachtzug von Wien kommend in Rom angekommen und dann mit dem Bus nach L?Aquila gefahren. Dort hat uns dann Saskia abgeholt. Bereits auf der Fahrt nach Goriano Valli haben wir mit Saskia viel über Land und Leute und natürlich auch über die Esel gesprochen. Die Unterkunft ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Am ersten Tag lernt man die gesamte Eselherde kennen und noch viel wichtiger: seine zwei Begleiter für die nächsten Tage. Ein tolles Gefühl mitten in der Eselherde zu stehen, denn Esel haben wirklich ein sehr angenehmes Wesen. Wir sind dann mit Valerio und Rosi (unsere zwei Esel) zur Unterkunft gegangen wo sie dann in der Nähe über Nacht waren. Der Tag endet mit einem guten Abend essen und einem guten Glas Wein. Voll mit den ersten Eindrücken und mit Vorfreude geht man ins Bett.

    TAG 2
    Es geht los. Nachdem wir unsere Bundeswehrrucksäcke gepackt hatten geht es auch schon zu den Eseln. Jetzt haben wir eine Einschulung bekommen wie man sattelt, auf was man achten muss etc. Saskia nimmt sich dafür ausreichend Zeit und begleitet einen bis zum Anfang des Wanderweges. Dann waren wir das erste Mal auf uns allein gestellt. Es geht steil bergauf. Erste Zweifel kommen auf ob das so eine gute Idee war, denn der Umgang muss erst mal gelernt sein und es dauert bis einem die Esel vertrauen. Aber ich kann schon mal vorgreifen - man wächst sehr schnell zu einer Gruppe zusammen. Nach einem ca. 2-3 stündigen Aufstieg erreicht man dann das Refugium in den Bergen. Kein Strom, kein fließend Wasser, kein Handy-Empfang aber ganz nah mit der Natur und den Tieren. Das Refugium ist einfach aber sauber und man erkennt die Handschrift von Saskia. Wir haben dann auch noch einen Ausflug zu einer Schutzhütte mit wunderbarer Küche gemacht. Unsere Begleiter Rosi und Valerio haben den Ausflug ohne Gepäck auch genossen. Am Abend komm dann Saskia auf Besuch mit dem Abendessen sowie das Frühstück für den nächsten Tag. Vor dem schlafen gehen haben wir uns noch den spektakulären Sonnenuntergang in den Bergen angesehen. Ein absoluter Traum. Unbedingt auch mal in der Nacht hinausgehen wenn der Himmel klar ist. Geschlafen haben wir in dieser Nacht beide nicht so gut, da man doch ganz alleine da oben ist!

    TAG 3
    Heute steht eine lange Tagesetappe bevor. Am Hochplateau entlang, vorbei an verlassen Hirtendörfer und den Monte Sirente immer im Blick. Rosi, Valerio und wir beide wachsen von Minute zu Minute mehr zusammen. Man genießt beim Wandern die Ruhe beobachtet seinen Esel und geht in einem angenehmen Tempo denn dieses gibt einen der Esel vor. Wir machen auch ab und zu kleinere Pausen. Die Wegbeschreibung von Saskia ist in einem Wort beschrieben perfekt. Nach ca. 6 Stunden Wanderung und tollen Eindrücken kommen wir in Fontecchio an. Dort schläft man in einer wunderschönen Unterkunft mit Blick über das ganze Tal. Bei der Ankunft wird man persönlich vom Besitzer empfangen und man bekommt sofort kalte Getränke. Jedoch unsere ersten Gendanken gelten natürlich Rosi und Valerio, denn die beiden müssen erst mal versorgt werden. Als das gemacht ist genießen wir dann unseren Willkommensdrink. Aber was wir heute noch viel mehr genossen haben ist die Dusche! Fontecchio ist ein absolut traumhafter, mittelalterlicher Ort. Am Abend wurde dann in der Unterkunft für uns gekocht und wir haben einfach herrlich gegessen. Ausklingen lassen haben wir den Abend auf der Terrasse bei einem Kaffee. Die Gastgeber sind sehr hilfsbereit und wir hab uns beim Abendessen sehr lange mit ihnen Unterhalten.

    TAG 4
    Valerio und Rosi haben sich richtig gefreut als wir sie heute abgeholt haben. Irgendwie ein bisschen wie Hunde. Das aufsatteln geht von Tag zu Tag besser. Die heutige Etappe führt uns über einen Bergrücken vorbei an einem Meer von gelb blühenden Blumen und stets einem frischen Geruch von Wildkräutern in der Nase. Bei den Pausen wo wir unser Mittagessen zu uns nehmen sind Rosi und Valerio nicht weit. Die Tagesetappe ist mit 4 Stunden relativ kurz aber landschaftlich sehr schön, weil man in das angrenzende Tal geht. Vorbei an mittelalterlichen Städten, Klöster und Wehrtürmen kommt man dann nach Bominacio. Dort schläft man im vielleicht schrägsten Agriturismo Italiens, aber man sollte sich nicht schrecken. Die Küche am Abend lässt nichts zu wünschen übrig. Es wird ein 12-Gänge Menü gekocht. Die Zutaten kommen größtenteils aus der eigener Produktion. Ein Abend der uns lange in Erinnerung bleiben wird.

    TAG 5
    Heute steht uns die längste aber Landschaftlich schönste Etappe bevor. Zumindest haben wir das so empfunden. Gut gestärkt geht es wieder bergauf. Für Rosi, Valerio und für uns ziemlich anstrengend. Angekommen am Hochplateau genießt man dann aber traumhafte Ausblicke auf alle drei großen Berge der Abruzzen. Und man merkt, dass man nun wirklich eine Gruppe ist. Man kennt seine Esel schon richtig und sie wachsen einen richtig ans Herz. Und wieder begleitet vom Duft der Wildkräuter und der gelben Blumen geht es wieder hinab ins Valli nach San Lorenzo. Dort schläft man in einem Hotel mit Pool und auch einem wunderbaren Abendessen. Kulinarisch ein absoluter Traum.

    TAG 6
    Heute steht die letzte Etappe auf den Plan. Mit gemischten Gefühlen geht es los. Einerseits ist man voll mit Eindrücken andererseits weiß man heute heißt es Abschied nehmen. Aber davor trennen uns noch ein paar Stunden Wanderung Richtung Goriano Valli. Das Tal ist breit und es geht sanft bergauf. Das Highlight des heutigen Tages ist die römische Brücke. Wir haben die Zeit genutzt um noch einmal die Zeit mit Rosi und Valerio zu genießen. Am frühen Nachmittag waren wir dann wieder am Eselhof und dann heißt es Abschied nehmen von den zwei treuen Gefährten.

    Eine tolle Reise und ein ganz einzigartiges Erlebnis. Nicht immer ganz einfach, aber einfach nur schön!

    Mehr Bilder und weitere Infos gibt es in unserem Blogbeitrag.

    Einsames Eselwandern durch die Abruzzen

    Stéphanie A.
    30.10.2017
    In Goriano Valli angekommen wurden wir von Saskia und Giuseppe herzlich begrüsst. Schon am nächsten Morgen lernten wir unsere Esel Zaza und Passepartout kennen. Nach einer Einführung durch Saskia gings auch schon los. Gar nicht so schwierig dachte ich mir nach den ersten hundert Metern. Schon bald blieben Saskia und ihr Sohn zurück und gut gelaunt liefen wir den Berg hoch. Die Esel auch. Etwa 200 m. Dann ging gar nichts mehr. Weder ziehen, noch schubsen, noch gut zureden, noch schimpfen, noch unser Eselratgeber half. Die beiden Esel machten keinen Wank mehr; schlimmer noch, jedes Mal wenn wir zogen, machten sie ein paar Schritte zurück. Nach einer halben Stunde riefen wir telefonisch um Hilfe und die Rettung kam mit Giuseppe. Ein paar Worte und die Esel liefen los, als hätten sie nie etwas anderes getan. Giuseppe begleitete uns noch ein Stück und liess sich dann immer mehr zurückfallen. Irgendwie kamen wir den Berg hoch und erreichten ganz schön erschöpft das Refugio. Der erste Tag war definitiv mehr ein Eselziehen als ein Eselwandern. Am nächsten Tag dachten wir, unsere beiden Esel wären ausgetauscht worden. Sie liefen drauflos, als wäre nichts gewesen sogar an der gefürchteten Abzweigung vorbei. Von da an bestand unsere Hauptaufgabe darin, die beiden nimmersatten vom dauernden Fressen abzuhalten. Ziemlich schnell entwickelten wir ein Gespür, welche Blätter oder Gräser sie wohl als nächstes fressen werden wollen und konnten sie somit erfolgreich daran hindern ;-) (fast immer auf jeden Fall, wenn Passepartout erstmal nah genug an den Hagebutten war, gabs fast kein hindern mehr) Jeden Tag genossen wir die Wanderungen durch die einsame Natur, wunderschöne Landschaften und Stimmungen und wurden jeden Tag etwas langsamer, weil wir es liebten, den Eseln beim Fressen zuzuschauen. Wir verliebten uns richtig gehend in die beiden mit ihrer sanften und lieben Natur. Die Unterkünfte waren bestens organisiert und das Essen sehr fein. Vor allem im Agriturismo wurden wir kulinarisch unglaublich verwöhnt. Sage und schreibe 15 Gänge wurden uns aufgetischt, wovon wir zu Beginn natürlich nichts ahnten. Bei jedem Gang wurde unsere Gabel etwas schwerer und nachdem wir zum Schluss noch 4 Desserts gegessen hatten, konnten wir fast nicht mehr in den oberen Stock laufen. Das war wirklich unglaublich und alles fatto a casa. Schwersten Herzens mussten wir uns nach 5 Tagen von Passepartout und Zaza verabschieden. Wer einsame Natur und Tiere mag, muss diese Wanderung einfach machen, wir sind und bleiben begeistert.

    Traumurlaub in den Abruzzen

    Susanne G.
    19.09.2017
    Traumhafte Sonnenuntergänge, wilde, einsame Natur, tolles, regionales Essen, Gastfreundschaft....

    dies alles findet man nicht nur in exotischen Ländern, sondern auch in Europa, genauer gesagt in den Abruzzen.

    Als wir in dem winzigen Örtchen Goriano Valli, unserem Startpunkt ankamen, wurden wir herzlich von Saskia, die Initiatorin dieser Reise begrüßt. Sie führte uns gleich auf ihre Eselsweide und wir durften ausgiebig die Eselsherde begrüßen und natürlich lernten wir auch gleich unsere beiden Begleiter, Zsa Zsa und Passepartout kennen und lieben. Nach einem leckeren selbstgemachten Abendessen und einem tollen Frühstück wurden wir in die Geheimnisse der Esel eingeweiht und wir durften sie auch gleich selbst striegeln und die Hufe auskratzen. Saskia begleitete uns noch ein Stück des Weges und dann überließ sie uns unserem Schicksal......das Abenteuer begann!

    Wir gingen 5 Tage durch einsame, wunderschöne Natur und Bergwelt, bei der wir unterwegs keinem Menschen begegneten......nur wir und die Esel und die traumhafte Natur! Die Esel und wir gewöhnten uns schnell aneinander und sie lehrten uns, vom hektischen Alltag in die Ruhe, Gelassenheit und Beschaulichkeit zu kommen.

    Abends gab es in den oft skurilen Unterkünften lekeres, regionales Essen, das immer so reichhaltig war, dass wir die Portionen kaum schafften. Danach saßen wir immer noch bei unseren Eselchen, schauten in den Sternenhimmel und hörten fasziniert dem Röhren der Hirsche zu, das sich wie ein Konzert anhörte.

    Viel zu schnell waren die Tage vorbei und wir mußten uns von unseren liebgewonnenen Wegbegleitern verabschieden. Aber wir haben versprochen, wir werden wieder kommen!! Die Abruzzen sind nämlich nicht nur eine Reise wert!

    Presseberichte

    Esel-Wanderung in den Abruzzen

    Alice Massen - Der Blick/Schweiz
    02.01.2013
    Für Familie Pulver aus Basel bleibt die Reise unvergesslich: 40 km Esel-Wanderung in fünf bis sechs Etappen inmitten des landschaftlich eindrücklichen Regionalparks Sirente-Velino im Herzen der Abruzzen. Hier zeigt sich West-Italien von seiner schönsten Seite. Und das Beste: Keiner musste das Gepäck selber tragen, dafür waren die Esel zuständig. Die Pulvers sind vom Trekking noch immer rundum begeistert.Lesen Sie weiter im pdf!