Mit „Meraki“ im Honigtal – Norea

06.05.2018
Norea (links im Foto) mit Tanja im Honigtal/Korfu
Norea (links im Foto) mit Tanja im Honigtal/Korfu

Norea hat soeben ihren Wohnort in Berlin aufgegeben, um in der Sommersaison auf Korfu mitzuwirken. Die studierte Touristikerin, die als Teamführung und Büroleitung im Honigtal startet, kehrt der Großstadt den Rücken, da sie wieder näher an der Natur leben möchte. Es ist für sie eine langfristige Entscheidung, denn die aufgeschlossene Frau lebt und arbeitet als Nomadin und Minimalistin. Jetzt hat sie bereits erste Eindrücke von der Insel, vom Honigtal, von den KollegInnen und von der Umgebung. Hier ein Gespräch mit Norea:

Norea, du bist schon auf der Insel angekommen, die Gäste kommen am Wochenende. Welche Gefühle kommen beim Gedanken auf das Sommerprojekt 2018 bei dir auf?
Heute Morgen bin ich von der Sonne und einem Eselblöken geweckt worden und dachte, wie herrlich ist doch mein Leben hier. Noch sind die Gäste nicht da, aber ich freue mich auf sie und das Setting ist traumhaft. Das Team ist großartig -sehr kreative und motivierte Persönlichkeiten. Die Zusammenarbeit macht Spass und ich bin sehr gespannt auf die zukünftigen Erfahrungen im Honigtal.

Wie kam der Kontakt zu ReNatour?
Ich habe Touristik studiert und mich auf Nachhaltigkeit spezialisiert, daher kenne ich die alternative Reiseszene sehr gut. Wenn ich nach einem neuen Job suche, dann schaue ich im Forum anders Reisen nach. Dort habe ich schon im vergangenen Jahr die Stelle auf Korfu entdeckt, aber es waren bereits alle Jobs vergeben. In diesem Jahr habe ich mich wieder sehr kurzfristig beworben und siehe da: es hat geklappt.

Was hast du bisher beruflich gemacht?
Ich bin selbstständig und im Winter arbeite ich als Reiseleiterin für individuelle Gruppen in Indien und Nepal. Indien ist meine zweite Heimat. Mit 19 Jahren reiste ich erstmals für einen Freiwilligendienst nach Kalkutta und wurde dort von einer bengalischen Familie „adoptiert“. Ich habe etwa fünf Jahre in Indien verbracht und kenne viele Teile des Landes und interessante soziale und nachhaltige Projekte vor Ort.
Zuletzt habe ich für Green Me Berlin gearbeitet und Touristen wie auch Einheimischen hinter die „grüne“ Berliner Szene geführt. Alternative Stadtführungen abseits der bekannten Touristenpfade. Es hat unglaublich viel Spass gemacht, weil die Gäste sehr offen und neugierig sind und unsere grünen Helden tolle Ideen haben und spannende Geschichten erzählen. Es geht darum, den Menschen Alternativen zu zeigen und sie zu inspirieren.

Nachhaltig leben und reisen. Was verbindest du damit?
Als ich 2012 mein Studium beendet hatte und nach Jobs suchte, war ich sehr frustriert. Ich erkannte, dass die Theorie während des Studiums und die Praxis doch sehr weit auseinanderklafften. Es gab kaum Jobs in dem Bereich, sondern hauptsächlich Praktika, wovon ich nicht nachhaltig leben konnte.

Viele herkömmliche Reiseanbieter nutzen Nachhaltigkeit als Marketinginstrument. Aber am besten schaut man ganz bewusst hinter die Kulissen, um zu erkennen, ob es wirklich sinnvoll, zukunftsfähig und unterstützenswert ist. Als Konsument, also für mich selbst, habe ich eine Entscheidungskraft und kann somit eine Veränderung herbeiführen.

Aus meiner Sicht ist beim nachhaltigen Reisen wichtig, dass Einheimische vom Tourismus profitieren. Essen und Unterkunft sollen lokal und authentisch sein und man kann mindestens das tun, was in diesem Land unter Umweltaspekten möglich ist. Plastiksparen geht immer. Außerdem finde ich den Kontakt zu den Einheimischen sehr wichtig. Denn für mich ist Reisen die schönste Art zu Lernen. Andersartig- und Gemeinsamkeiten entdecken und neue Freundschaften zu knüpfen ist das schönste, was man aus seinem Urlaub mit nach Hause nehmen kann. Es ist die Erfahrung, die im Herzen nachhaltig verweilt.

Welche Pläne hast du für deine Honigtal-Zeit?
Lange vor meiner Zeit hier auf Korfu, bin ich dem griechischen Wort „Meraki“ begegnet. Es kommt aus dem neugriechischen und meint, in etwas all sein! Liebe, Leidenschaft und Seele hineinzugeben. Das ist mein Ziel, ich möchte mit ganzem Herzen und meiner ganzen Kraft im Honigtal sein – für mich, die Gäste und das Team.

Mehr über das Honigtal

Wenn Sie noch mehr über unser Team erfahren möchten:

Kostas und seine Familie schwingen den Kochlöffel
Tanja: „Mir ist die Natur sehr wichtig

Aias: „Beide Kulturen haben mich geprägt“

Unter http://www.greenmeberlin.com/ gibt es mehr über die grüne Berliner Szene auf Claudis Lifestyle Magazin zu erfahren.

 

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