Mir ist die Natur sehr wichtig

05.03.2017
Tanja mit ihrer Tochter in Cirali
Tanja betreut unsere Gäste in der Türkei / Cirali

Interview mit Tanja K., Kinder- und Gästebetreuerin

Tanja arbeitet bereits in der dritten Saison für uns – zwei Mal war sie in der Türkei, den Sommer 2017 wird sie auf Korfu verbringen. Die studierte Tourismusmanagerin lebt mit ihrer fünfjährigen Tochter Naya im Sommer im Honigtal und übernimmt dort das Jugendprogramm.

Das Interview mit ihr haben wir 2016 vor ihrem Türkeiaufenthalt geführt. 

Wie bist du zu diesem Job bzw. zu ReNatour gekommen?
Ich bin nicht zu diesem Job gekommen, der Job ist zu mir gekommen (lacht) – Über eine Schulfreundin. Im vergangenen Jahr haben wir uns eine Kinderbetreuungsstelle in Olympos geteilt.

Du verbringst bereits den zweiten Sommer in Cirali. Es scheint dir zu gefallen!?
In der vergangenen Saison war ich im Nachbarort Olympos. Das war schon schön. Aber hier habe ich das Paradies gefunden. Wir sind hier in Cirali direkt am Strand, ich kann mit dem Fahrrad in den Ort fahren, ich höre das Meer von meiner Hütte aus, um mich herum sind die Berge – Leben inmitten eines Naturschutzgebietes. Es gibt hier – abgesehen vom Muezzinruf -ausschließich Geräusche aus der Natur: Meeresrauschen, Hundebellen, Hühnergegacker, Wind oder Vogelgezwitscher, herrlich.

Wie sieht dein Tagesprogramm aus? Was sind deine Ziele beim Kinderprogramm?
Ich mache das Kinderprogramm, organisiere Ausflüge und Yogastunden für Kinder und Erwachsene. Es ist schön die Gäste zu beobachten, wie sie oft müde von ihrem Alltag ankommen, sich vielleicht noch über die Stunde Flugverspätung aufregen und hier vor Ort mit jeder Stunde entspannter werden. Ich freue mich, wenn ich sie dabei unterstützen kann, z.B. indem ich ihnen die Augen für die Schönheit öffne, die uns hier umgibt. Die Kinder sollen natürlich in erster Linie Spaß haben. Ich möchte sie aber auch für die Umwelt sensibilisieren und ihr Selbstbewusstsein und Achtsamkeit – z.B. in den Yogastunden – stärken.

ReNatour steht für nachhaltiges Reisen. Was bedeutet das für dich?
Ich habe mich schon während meines Studiums auf Nachhaltigkeit und Entwicklungszusammenarbeit spezialisiert und in Projekten in Kambodscha, Tadschikistan, Ostanatolien, Serbien und Ägypten mitgearbeitet. Dabei ging es um nachhaltige Entwicklung von Öko- und Kulturtourismus. Nachhaltiges und achtsames Reisen finde ich sehr wichtig, wenngleich auch an diesem Standort noch Potential für Verbesserung ist. In der Türkei gibt es z.B. noch keinerlei Umweltbewusstsein.

Du lebst von außen betrachtet sehr unkonventionell – im Sommer im Süden, den Rest des Jahres in München. Wie organisierst du dein Leben?

Ich könnte nicht Vollzeit in einem Büro arbeiten. Mir ist die Natur sehr wichtig. Für das Leben in „Freiheit“ kann ich auch die Unsicherheit aushalten. Ich glaube auch, dass ich meiner Tochter Naya durch diese Art von Leben sehr viel mitgeben kann. Die Hühner laufen vor unserer Hütte herum, Naya ist den ganzen Tag draußen und ist in Kontakt mit den Hunden, Katzen, Schildkröten, Eseln, usw. Wir brauchen hier nicht viel Geld. Den Winter verbringen wir in München. Dort leben wir in einer Wohnung im 3. Stock. Dann vermisse ich die Freiheit, die wir hier genießen, das Meer, die Berge, die Obstbäume, Olympos (Anmerkung: die Kulturstätte Olympos erreicht man in einem 20-minütigen Strandspaziergang) und die Sterne. Wegen des Naturschutzgebietes darf hier nicht stark beleuchtet werden. Eine Vollmondnacht am Strand ist unvergesslich – vor allem, wenn dann auch noch die großen Wasserschildkröten aus dem Wasser kommen und ihre Eier am Strand ablegen.

Und noch eine letzte Frage zum Land: Die Türkei steht derzeit als Reiseziel nicht sehr hoch im Kurs. Wie siehst du das?
Zuhause in München habe ich ständig Nachrichten konsumiert, das tue ich hier nicht. Ich lebe hier sehr abgeschottet und fühle mich sicherer als in einer europäischen Metropole.

 

Herzlichen Dank Tanja für das Interview und einen schönen Sommer!

Und hier haben wir tolle Eindrücke von Cirali (Video)

Und wie hält es ReNatour mit Türkeireisen?

„Die Situation in der Türkei ist allgemein bekannt und es gibt gleichzeitig keine Reisewarnungen. Jeder Kunden kann daher frei entscheiden. Vor Ort gibt es keinerlei Einschränkungen. Es wäre gegenüber unseren Partnern nicht ok, wenn wir Buchungen ablehnen würden. “ (Roland Streicher, Geschäftsführer ReNatour)

 

2 thoughts on “Mir ist die Natur sehr wichtig”

  1. Julia Wolter sagt:

    Liebe Tanja!
    So eine Perle wie du gehört wohl einfach an den Strand!
    Viel Vergnügen in dieser Saison, jetzt wird Griechenland verzaubert.

    Liebe Grüsse von deiner alten Schulfreundin
    Julia

  2. Silke Claas sagt:

    Hallo Tanja,
    du hast eine guten Job gemacht 🙂 und vielleicht kommen wir
    nächstes Jahr wieder.
    Silke

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