Porträt: „Beide Kulturen haben mich geprägt“

03.12.2015
Aias Vargoulis
Aias Vargoulis

Aias Vargoulis ist gebürtiger Korfiote, spricht perfekt Deutsch und arbeitet seit mehr als zwei Jahren als Teamleiter im Honigtal auf Korfu. Sein unvergleichlicher Charme und sein aufmerksames Wesen sind bei Mitarbeitern und Gästen gleichermaßen beliebt. Wir haben Aias in München auf eine Tasse frischen Minzetee getroffen.

Aia, während der Sommermonate bist du auf Korfu anzutreffen. Lebst du das ganze Jahr auf der Insel?

Den größten Teil des Jahres bin ich auf Korfu. Diesen Winter habe ich auf den Kanaren verbracht, derzeit bin ich in Deutschland. Solange ich nur für mich verantwortlich bin, genieße ich diese Unabhängigkeit. Aber grundsätzlich schätze ich die griechische Insel sehr. Korfu ist überschaubar, autonom und durch seine wechselhafte Geschichte sehr lebendig und kosmopolitisch. Dazu trägt natürlich der Tourismus bei, aber auch die Universität prägt den Alltag und viele Ausländer verbringen das ganze Jahr auf der ionischen Insel.

Die Frage, die du sicher von allen Gästen im Honigtal oder in der Villa KaliMeera gestellt bekommst: Warum sprichst du so gut deutsch?

Meine Mutter ist Deutsche und deshalb sind meine beiden Brüder und ich mit dieser Sprache sehr vertraut, obwohl wir auf Korfu aufgewachsen sind. Mein Vater ist Korfiote. Mit 17 Jahren bin ich dann nach Deutschland gegangen – erst nach Tübingen für ein Studium der Volkswirtschaftslehre, danach nach Berlin, um noch Wirtschaftsingenieurswesen zu studieren.

Du hättest nach deinen Studien sicher auch in Deutschland einen guten Job gefunden. Warum lebst und arbeitest du auf Korfu bei ReNatour?

Zufällig habe ich vor einiger Zeit die ReNatour-Mitarbeiterin Sabrina Kazenwadel in einem Biorestaurant auf Korfu kennengelernt. Wir sind ins Gespräch gekommen und sie hat mir vom Honigtal erzählt. Ich habe mich sehr für das Konzept von ReNatour interessiert, da die Insel vom klassischen Tourismus geprägt ist und es viele große Hotelanlagen gibt. Auch unsere Ressourcen sind begrenzt und es wurde bereits viel Natur im Land zerstört.  Der „sanfte Tourismus“ könnte ein Modell für die Zukunft Griechenlands sein. Umwelt im weitesten Sinn spielt in Griechenland noch keine große Rolle. Allerdings war das bei uns in der Familie ganz anders. Wir haben immer schon Müll getrennt und auf gesunde Ernährung geachtet.

Nachdem du auch im nächsten Sommer wieder die beiden ReNatour-Teams im Honigtal und in der Villa KaliMeera leitest, scheinen deine Erwartungen in Erfüllung gegangen sein?

Ja, wie bereits gesagt, finde ich den ReNatour-Ansatz passend für die Insel. Das hat sich auch in der Praxis bestätigt. Die Arbeit in unseren Teams ist sehr dynamisch. Es gibt keine festen Richtlinien, man kann Ideen ausprobieren, ist aber auch für das Ergebnis verantwortlich. Außerdem schätze ich den Umgang mit Menschen, die Gespräche mit den Mitarbeitern und den Gästen.

Aia, fühlst du dich als „Grieche“ oder „Deutscher“?

Ich fühle mich in Deutschland und in Griechenland zuhause. Beide Kulturen haben mich geprägt.

Bitte ein Satz zu den unterschiedlichen Charakterien der Menschen.

Die deutsche Zuverlässigkeit und die griechische Gastfreundschaft fallen mir dazu ein (antwortet er lachend auf die Frage, die er so gar nicht beantworten wollte). 

Vielen Dank für das Gespräch, Aia, und einen guten Sommer!

 

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