Reise „Rund um die Olivenernte auf Korfu“ – ein Erfahrungsbericht

03.02.2020
Olivenernte auf Korfu
Olivenernte auf Korfu

Im Jahr 2019 fand die Reise „Rund um die Olivenernte auf Korfu“ zum ersten Mal statt. Lesen Sie diesen Erfahrungsbericht.

Samstag: Ankommen auf Korfu

Nach meiner 2-tägigen Anreise mit Bahn und Fähre komme ich vormittags in der Villa KaliMeera an und werde vom Team dort mit einem Glas frischem, kaltem Wasser begrüßt, bevor ich zu meinem Zimmer gebracht werde. Ich kenne die Anlage schon gut und bin trotzdem jedes Mal begeistert. Der Blick aufs Meer ist ergreifend und die Ruhe, die die Umgebung ausstrahlt, phänomenal.Ankommen, Auspacken und Wohlfühlen.

Den Tag nutze ich mit Erkundungen rund um die Anlage und einem ausgiebigen Spaziergang am Meer. Abends gibt es dann das erste Essen in Buffetform. Jeden Tag wieder fantastisch zubereitet. Fleisch, Fisch und sehr viel Vegetarisches, Tsatziki, Gemüse, Salate und immer ein Dessert. Wasser steht in Karaffen auf dem Tisch, ein Glas Wein oder ein Bier kann gegen Angabe der Zimmernummer bestellt werden.

Ich lerne in lockerer Atmosphäre die anderen Teilnehmer der “Olivenreise” kennen, es scheinen unkomplizierte, offene Leute zu sein…und freue mich schon sehr auf den nächsten Tag!

Sonntag: Yoga, Argyrades und Picknick

Es geht los mit Yoga um 8 Uhr an einem wunderbaren Platz hinterm Haus. Ich habe keine Yoga-Erfahrung, aber Verena aus dem Team hat im Vorfeld den Erfahrungsstand abgefragt und schafft es mühelos, allen gerecht zu werden. Für mich ist es eine neue Erfahrung und es macht mir großen Spaß. Gut gelaunt gehe ich zum Frühstücksbuffet. Müsli, Obst, Rühreier, Käse, Wurst, Tomaten, Oliven, Tee, Kaffee…

Nach einer kurzen Kennenlern-Runde geht es auf unseren ersten “Programmpunkt” rund um die Olive, eine Wanderung nach Argyrades, einem korfiotischen Bergdorf. Aias, der uns zusammen mit Andrea auf dieser Olivenreise begleitet, erzählt uns mit unvergleichlichem Charme Wissenswertes über Korfu, seine Bewohner, den Tourismus und vor allem: das Geschäft mit der Olive. Die Zeit ist kurzweilig, die Ausblicke sind atemberaubend, die Infos toll aufbereitet und es bleibt trotzdem noch Zeit, um ein kleines Kirchlein zu besuchen, Andreas Geschichte aus dem „Olivenbuch“ zu lauschen und die kleinen Dinge am Wegesrand zu fotografieren.

Ein besonderes Highlight der Wanderung ist das von Kostas und Magda zubereitete Picknick, das uns auf einer Anhöhe mit Rundumblick auf dem Vorplatz der kleinen Dorfkirche serviert wird.

Gegen 16 Uhr erreichen wir unsere Unterkunft, die Villa Kalimeera, und wir haben Zeit für den Strand oder eine Pause im Hängemattenwald, bevor Kostas um 19 Uhr mit seiner Kuhglocke zum Abendessen läutet.

Fast hätte ich es vergessen: Um 18 Uhr fand noch ein kurzer Sprachkurs statt, mit Infos über Land und Leute und offene Fragen wurden beantwortet. Dazu gab es, ganz im Zeichen der Reise, Tee aus Olivenblättern, Weißbrot und Olivenöl aus dem KAIA-Projekt, das unsere beiden Reiseleiter Aias und Andrea in den letzten beiden Jahren aufgebaut haben und über das ich noch berichten werde.

Montag: Olivenernte auf Korfu mit Wertschätzung

Der eigentliche Namensgeber dieser ReNatour-Reise steht heute auf dem Programm… die Olivenernte.

Nach dem gemütlichen Frühstück fahren wir mit zwei Autos nach Agios Mattheos, wo die schweiz-korfiotische Familie Andriotis die Früchte für ihr ganz besonderes Olivenöl anbaut. Wir lernen eine sympathische Familie und deren Team kennen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ein Olivenöl in allerhöchster Qualität und von einzigartigem Geschmack herzustellen.

Angelos gibt uns eine ausführliche Einweisung in die anstehende Arbeit für die Olivenernte auf Korfu und, da es hier, wie er mit einem Augenzwinkern sagt, Männer- und Frauenarbeiten gibt, geselle ich mich zu seiner Frau und seiner Mutter, um beim Verlesen der Oliven zu helfen. Die Männer “rütteln” die starken Äste des Olivenbaums so, dass die Oliven geradezu vom Baum rieseln und in die am Boden liegenden Netze fallen. Wir bringen sie mit Hilfe der Netze in der Mitte zusammen und sortierten vertrocknete oder zerquetschte Exemplare aus, sieben dann noch die meisten Blätter raus und verladen sie in Kisten.

  • Besonders beeindruckend: Alle Erntearbeiten wurden mit großer Ehrfurcht und Wertschätzung ausgeführt. Einzelne Oliven, die von den Netzen kullern, werden vom Boden aufgelesen; überhaupt geschehen alle Schritte in mühevoller Handarbeit und mit äußerster Sorgfalt, damit die Bäume und Früchte nicht verletzt werden.
  • Besonders interessant: Aus Igoumenitsa kam ein Agrarwissenschaftler, der den Olivenanbau und die Produktion des Olithéa-Öls begleitet. Er lieferte uns eine Fülle an erstklassiger Information und beantwortete all unsere Fragen.
  • Besonders gut: Das Buffet am Mittag, das uns serviert wurde. Ein befreundeter Koch der Familie mit eigenem Restaurant zauberte uns im Olivenhain ein Buffet rund um die Olive (selbstverständlich die eigene) und das Olivenöl, dazu gab es Salami, Käse, Fisch, Tomaten, Zwiebeln, Brot und Salat.

Wir durften das Essen genießen und den Informationen lauschen, während die Familie wieder an die Ernte ging. Für die besondere Qualität dürfen zwischen der Ernte und der Verarbeitung der Früchte in der Mühle übrigens nur wenige Stunden liegen.

Nach einem Ausflug an einen menschenleeren Strand in der Nähe mit herrlichem Wasser und feinem Sandstrand, machen wir uns auf den Weg: Schließlich wollten wir “unsere” Oliven bei der Mühle in Empfang nehmen.

Angelos liefert die Oliven am Nachmittag an, insgesamt hat die Familie mit unserer bescheidenen Hilfe an diesem Tag 205kg geerntet, und die Dinge nehmen ihren Lauf. Während wir wieder mit Infos über die einzelnen Arbeitsschritte versorgt werden, können wir ganz genau beobachten, welchen Weg die Olive von der Anlieferung bis zum fertigen Olivenöl zurücklegt.

Ich muss sagen, es erfüllte mich mit sehr viel Stolz, das Öl “in Empfang” zu nehmen. Die angelieferten 205kg ergeben nur ca. 15-20 Liter Olivenöl, was an der kleinen Frucht und der frühen Erntezeit zum Erreichen der besonderen Qualität (reich an Polyphenolen, Antioxidantien und einem extrem niedrigen Säuregehalt) liegt. Ich habe mir vorgenommen, meinen Olivenölkonsum und das Produkt, das ich zuhause kaufe, noch einmal genauer anzuschauen.

“Unser” Öl, das wir heute “produziert” haben schmeckt etwas bitter und ist im Abgang fast ein bisschen scharf. Das sind hervorragende Qualitätsmerkmale, habe ich gelernt und ich lasse mich darauf ein… Es schmeckt mir ausgezeichnet und es ist eine ungewohnte Erfahrung und mit viel Spaß verbunden, das Öl im Kreis der Reiseteilnehmer, aus einem Schnapsglas nach vorgegebenen Regeln (im Mund schwenken, Luft einziehen, schlucken, warten und die Schärfe spüren) zu probieren.

Dieser Ganztagesausflug war ein Erlebnis! Wir kamen pünktlich zum Abendessen in die Villa KaliMeera, lachten noch viel beim Erzählen und den Tag Revue passieren lassen bevor wir, doch ziemlich müde vom Tag, schlafen gingen.

Dienstag: Strandspaziergang, Olivenholz drechseln

Nach dem wunderbar anstrengenden Morgenyoga mit ReNatour-Mitarbeiterin Verena, steht heute erst einmal ein halber freier Tag an, den ich mit einem langen Strandspaziergang ausfülle. Zu dieser Zeit, fast schon Ende Oktober, ist der Strand so gut wie menschenleer. Ich treffe ein paar Teilnehmer meiner kleinen Reisegruppe; mittlerweile haben wir uns zu einer lustigen, vertrauten Gruppe gemausert, und wir stehen mit den Füßen im Wasser und unterhalten uns. Wir haben Glück, bestes Wetter und immer noch warme Wassertemperaturen.

Ich genieße die freien Stunden und freue mich auf unseren nächsten Ausflug am frühen Nachmittag: Es geht zu Vasilis, der am “schönsten Platz der Welt” wohnt, lebt und arbeitet. Übrigens fällt mir auf, dass die Korfioten ihre Lebensumstände oder Umgebung oft mit Superlativen beschreiben und das eigene Olivenöl “das beste”, der eigene Garten “der schönste” und der Blick vor dem Haus “der atemberaubendste” ist… Vasilis kommt eigentlich aus dem Baugewerbe, bearbeitet aber auch Olivenholz, und das ganz hervorragend! Als wir ankommen in seinem Garten, äh… an seinem Arbeitsplatz, ist schon alles vorbereitet. Er weist uns in die Kunst des Olivenholzdrechselns ein und alle dürfen es ausprobieren. Wir haben viel Spaß und staunen, mit wie viel Gefühl er jedem Stück Olivenholz “neues Leben einhaucht”, indem er es drechselt, schleift, ölt oder mit Heu poliert, um es als Kelch, Schale oder Brettchen mit der unverkennbaren Maserung einer neuen Bestimmung zuzuführen.

Etwa 30m weiter, im Garten unterhalb des Hauses, in dem es auch zwei Ferienwohnungen gibt, ist der Tisch für uns gedeckt mit Oliven, Tomaten, Nüssen, Wasser und Wein. Lediglich ein “Gartenzaun” hält uns davon ab, ins Meer zu springen. Es gibt einige Stufen direkt vom Garten zum quasi privaten Strandabschnitt. Sand, Felsen, Pflanzen…sonst gar nichts.

Wir bleiben am Tisch sitzen und bearbeiten eine Olivenholzscheibe zum Schlüsselanhänger, den wir dann auch mitnehmen dürfen. Es ist keine große Arbeit, wir machen nur den “Endschliff”, aber in dieser Natur hat es etwas Meditatives und Wunderbares. Andrea nimmt mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis, dass wir mit dem hochwertigen Olivenöl aus “ihrem” KAIA-Projekt (näheres dazu später), unsere kleinen Schlüsselanhänger ölen, was ihnen einen wunderschönen Glanz verleiht und die Maserung besonders gut herausarbeitet.

Den Sonnenuntergang genießen wir heute an diesem tollen Platz, bevor wir zum Abendessen in die Villa KaliMeera zurückfahren, wo Kostas mit seinem Team schon auf uns wartet.

Mittwoch: Seifen in Handarbeit

Nach dem Frühstück fahren wir mit zwei Autos nach Korfu Stadt, Kerkyra. Wir besichtigen heute eine Seifenfabrik, in der in 5. Generation nach traditionellem Rezept und vor allen Dingen auch mit traditionellen Methoden, hochwertige Olivenölseifen hergestellt werden.

Es ist eine wahre Freude, zu sehen, welche feine handwerklichen Schritte nötig sind, um ein Stück Seife in den Händen zu halten, das wirklich den Zusatz “in Handarbeit hergestellt” verdient. Die sehr gute Führung auf Englisch zeigt die notwendigen Schritte auf: Das “Sieden” der Seife, das Ausstreichen in Formen, das Kennzeichnen der späteren Stücke (übrigens mit Hilfe eines in Hibiskustee getränkten Fadens), das exakte “Stempeln” (ich bin begeistert!) und das ebenso exakte Schneiden der einzelnen Stücke. Nach 4-monatiger Lagerung gehen die Seifenstücke in den Verkauf. Übrigens werden in dieser Seifenmanufaktur nur vier verschiedene Seifen hergestellt, unter anderem auch eine “Kernseife” für das traditionelle Waschen von Wäsche, dazu sogenannte Seifenflocken, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen.

Bevor wir ein Stück weiter Richtung Süden, zur Parkanlage mit dem klassizistischen Schloss “Mon Repos” laufen (in dem übrigens Prinz Philip, Ehemann der britischen Königin zur Welt kam), trinken wir noch etwas in einem netten Straßencafé und kaufen Proviant – pikantes und süßes Gebäck – für das spätere Picknick in einer „Geheimtipp-Bäckerei“ ein.

Wir laufen im lichten Schatten der 25 Hektar großen Parkanlage mit Blick stets zum Meer, bis wir an eine von zwei kleinen Badestelle kommen, die von einer Handvoll Einheimischen genutzt wird. Glasklares Wasser, flacher Sandstrand, fern und doch nah der Stadt. Ich bin eigentlich kein Fan vom Baden rund um Hafenstädte, aber das hat mich wirklich überzeugt! Hier ist ursprüngliche, fast unberührte Natur mit idealen Badebedingungen zu finden, obwohl wir nur ca. 30 Minuten aus der Innenstadt herausspaziert sind.

Nach einem erfrischenden Bad geht‘s weiter. Wir kommen an den Ausgrabungen des gut erhaltenen Kardaki-Tempels vorbei und Aias versorgt uns auf dem Weg mit vielen Infos. Er scheint wirklich alle Legenden und Geschichten zu kennen und vor allem jeden schönen Platz in dieser Gegend.

Es bleibt noch Zeit für einen kleinen Stadtbummel bevor wir zum Essen in eine kleine Taverne in die Altstadt gehen. Das Essen für uns ist vorbestellt und, wie immer, fantastisch. Es gibt eine Auswahl an Salat, Oliven, Tzatziki, Fleisch, Zucchinibällchen, Schafskäse, Spinatkuchen, gebratenen Pilzen, Paprika… und wahrscheinlich habe ich nicht mal alles aufgezählt. Dazu Wein und einen Ouzo, den die Gruppe gerne für die beiden Autofahrer mit übernimmt.

Donnerstag: Kochen auf dem Bio-Agriturismo

Die frei verfügbare Zeit zwischen Frühstück und Abfahrt zum heutigen Kochkurs im Biobauernhof vergeht schnell. Ich weiß gar nicht, was ich zwei Stunden lang gemacht habe… ich glaube, ich habe nur in die Gegend geschaut und die warmen Sonnenstrahlen genossen. Und gelesen…

Um 12 Uhr geht es dann los mit den beiden Autos zu Iro, um in die Geheimnisse der korfiotischen Küche einzutauchen. Das Bio-Agriturismo ist ein Familienprojekt an der Korission-Lagune. Auf der Insel sind sie Pioniere der biologischen Landwirtschaft. Bevor wir mit der jungen Generation das wunderschöne Land, das das Haus von Agathi und Kostas umgibt, erlaufen werden, dürfen wir bei der Zubereitung des Abendessens helfen. Nach Anleitung durch Iro gelingen uns ein Zucchinikuchen, Brötchen und Tzatsiki. Die Brötchen und der Kuchen werden im Holzofen, der auf ganz traditionelle Art eingeheizt wird, gebacken. Die richtige Temperatur kann mit Eukalyptuszweigen bestimmt werden, wie wir erfahren.

Die sympathischen Familienmitglieder erzählen uns abwechselnd, wie sie den Olivenhain bewirtschaften (mittlerweile können wir schon mitreden!), welchen Beitrag die Schafe und Bienen leisten und wie das Leben auf dem Biohof für alle funktioniert. Wir laufen zur Lagune – atemberaubend – und lernen allerlei Pflanzen kennen, die in dem sumpfigen Gebiet zuhause sind (und nehmen etwas von dem sauren „Kraut“ für den späteren Salat mit). Mit einem Fernglas können wir tatsächlich Flamingos am Horizont sehen. Ein echtes Erlebnis! Wir laufen zurück zum Haus. Die Terrasse bietet einen Blick über die Lagune, dahinter eröffnet sich das Meer. Diesen Blick und den fantastischen Sonnenuntergang genießen wir bei „unserem“ Abendessen, Olivenblättertee und Wein.

Freitag: Wandern und Olivenpaste

Mit dem Morgenyoga um 8 Uhr beginne ich den Tag. Alle Teilnehmer der Olivenreise sind dabei, dazu einige Eltern, die in der Villa KaliMeera Urlaub machen und ihre Kleinkinder vom ReNatour-Team in dieser Zeit betreuen lassen können. Der Sonnenaufgang ist so schön, dass ich manchmal bei den Übungen mit eigentlich geschlossenen Augen diese etwas öffne, um mir diesen Ausblick auf den Sonnenaufgang nicht entgehen zu lassen 😉

Heute begleitet uns ReNatour-Mitarbeiter Rory auf eine Wanderung mit Badestopp, die insgesamt ca. 5 Stunden dauert. Wir laufen direkt am Haus los, durch Olivenhaine und über Hügel, um erneut den wunderbaren Blick auf die Umgebung zu haben. Die Insel Korfu ist an dieser Stelle am schmalsten, so dass wir tatsächlich auf beiden Seiten zum Meer blicken können. Rory ist eigentlich Physiker; er arbeitet seit knapp 2 Jahren für ReNatour auf Korfu und versorgt uns mit viel Wissen zu Pflanzen, Menschen und der Umgebung. Er kennt die Wege um die Anlage gut und das ist wichtig, denn es “gibt nirgends so viele Sackgassen” wie auf Korfu. Damit sind die Wege gemeint, die “vielversprechend” aussehen, aber lediglich zu den privaten Olivenhainen führen.

Allmählich wandern wir bergab zum Meer, wo wir zu dieser Jahreszeit alleine sind und vor dem kleinen Picknick am Strand noch ein paar Züge im Meer schwimmen und am Ende im Kreis im Wasser zu stehen und uns unterhalten und lachen. Es ist unser Abschlusstag und wir stellen fest, wie gut wir zusammengewachsen sind.

Am Ufer laufen wir im Sand, anstrengend und schön, zurück zur Unterkunft. Es bleiben noch zwei Stunden bis zum Workshop “Olivenpaste herstellen”. Ich bin begeistert, lasse keinen der angebotenen Programmpunkte aus und finde mich pünktlich ein… Oliven entkernen, fein schnippeln, mit Gewürzen und Orangen-Fruchtfleisch vermengen und mörsern. Abgefüllt in kleine Gläschen und mit Öl aufgegossen, verschlossen und den Rest mit Weißbrot gleich so in den Mund geschoben. Ein Traum.

Abends gibt es den beliebten Pizza-Abend bei Kostas, der jeden Freitag stattfindet. Obwohl dem Team vor Ort nichts anzumerken ist, bemerke ich die Aufbruchstimmung. Es ist spürbar, dass ALLE verbleibenden Gäste am nächsten Tag abreisen werden und dass nicht nur mein Urlaub, sondern die gesamte Urlaubssaison 2019 in der Villa KaliMeera damit beendet ist. Wir “Olivenreise-Teilnehmer” setzen uns an zwei großen Tischen zusammen, um das Erlebte zusammen mit Aias und Andrea, die uns professionell und sympathisch durch diese Woche geführt haben, Revue passieren zu lassen.

Das KAIA-Olivenöl-Projekt

Heute Abend sind auch Mattheos und Pedros mit am Tisch. Sie sind zwei der sieben Olivenbauern, die das KAIA-Projekt unterstützt. „KAIA“ fiel während meiner Reisebeschreibung des Öfteren. Hierbei geht es um ein hochwertiges Olivenöl, das von korfiotischen Kleinbauern in Umstellung produziert wird und von ReNatour angekauft wird, um es an die Gäste zu verkaufen. Die Idee an sich stammt ursprünglich von Gästen, die gerne ein „Mitbringsel“ für Haus- und Hundhüter oder liebe Freunde aus dem Urlaub mitbringen wollten.

Die gute Idee: Mit dem Kauf werden dabei nicht nur die Olivenbauern unterstützt, sondern auch ausgewählte Projekte auf Korfu. 1€ pro verkauftem Liter fließen nämlich jedes Jahr in ein neues und unterstützenswertes Projekt. 2018 kamen so rund 200€ zusammen, die dem Marathias Umweltverein zu Gute kamen.

2019 ging der Betrag an die Organisation „The Corfu Compost Project“. Die Gruppe engagiert sich für die Themen Müllvermeidung und Kompostierung auf Korfu. Auch die breitangelegten Kompostieranlagen im Honigtal und der Villa KaliMeera entstanden in Kooperation mit „The Corfu Compost Project“.

Und ganz nebenbei schmeckt das KAiA-Olivenöl auch super. Wir durften während unserer Woche immer wieder davon probieren. Es handelt sich dabei um die Olivenölsorte „Lianolia“, welche typisch für Korfu ist und sich hervorragend zum Kochen oder für Salate eignet.

Wir Teilnehmer der Olivenreise bekommen je 1 Liter des feinen Öls geschenkt. Dazu je eine Tüte Olivenblätter und Rosmarin aus dem Garten von Aias‘ Vater. Eine schöne Überraschung!

Fazit

Eine wirklich schöne Woche geht zu Ende. Meine Anreise (und Abreise) mit Bahn und Fähre ab Nürnberg, die intensive Woche mit den anderen Reiseteilnehmern und die Begegnungen mit den Korfioten vor Ort, die uns ihre schönsten Plätze und interessanten Projekte rund um das Thema „Olivenernte auf Korfu“ vorstellten und uns ein wenig an ihrem Leben teilnehmen ließen sowie die Eindrücke vor Ort, der Lage am Meer, das nette Team und die gute korfiotische Küche machten diesen Urlaub zu einem Erlebnis!

Anmerkungen:

  • Empfehlenswert ist, vor allem bei den Wanderungen durch die Olivenhaine, langärmelige Kleidung zu tragen/mitzunehmen.
  • In meiner Urlaubswoche gab es viele Mücken und ich habe an manchen Tagen ein Mückenspray/-creme benutzt. Die Zimmer in der Villa KaliMeera verfügen über sehr gute Moskitonetze.
  • Der Reiseverlauf ist beispielhaft und kann bei anderen Reiseterminen dieser Reise abweichen.
  • Link zur Reise: Rund um die Olivenernte auf Korfu

Verfasserin: Sybille Streicher

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2 thoughts on “Reise „Rund um die Olivenernte auf Korfu“ – ein Erfahrungsbericht”

  1. thomas zahnd sagt:

    super bericht !

    1. Dankeschön, war auch eine tolle Erfahrung 🙂

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