Was versteht man unter „Selfness“ im Urlaub?

20.09.2017
Selfness im Urlaub

Der Begriff der Selfness ist etwas umständlich zu übersetzen. Die verdeutschte Variante Selbstigkeit hört sich sperrig an und wird der Bedeutung der Lebensart nicht gerecht. Besser spricht man von einer Achtsamkeit vor sich selbst. In den letzten Jahrzehnten haben vor allem die Digitalisierung und die Globalisierung dazu geführt, dass unser Leben hektischer, aufregender und damit auch anstrengender geworden ist. Der Feierabend hat sich durch Schichtarbeit und längere Ladenöffnungszeiten weit nach hinten verschoben. Der Samstag wurde zu einem ganz normalen Werktag, in vielen Bereichen wird auch sonntags gearbeitet. Weite Wege zur Arbeit, endloses Warten im Stau und ständige Erreichbarkeit durch die mobile Kommunikation sind weitere Aspekte, die zu Stress und Erschöpfung führen.

Selfness wirkt dem entgegen. Sie regt zum bewussten Leben und zur Eigenverantwortung gegenüber der Gesundheit und dem Wohlbefinden an. Was sich so gut anhört, ist nicht immer einfach zu realisieren. Kaum ein Chef wird tolerieren, wenn die Mitarbeiter während der Arbeitszeit Pausen einlegen, um zu sich selbst zu finden. Dennoch kann das Leben entschleunigt werden, wenn Menschen beginnen, über ihre Gefühle zu sprechen und den Mut haben, gegen den schnellen Strom zu schwimmen. Persönliche Weiterentwicklung kann maßgeblich zur Entschleunigung des Lebens beitragen. Es gilt herauszufinden, was wichtig ist und worauf verzichtet werden kann.

„Selfness“ im Urlaub – Was bedeutet das?

Selfness im Urlaub ist die perfekte Möglichkeit, vom anstrengenden Alltag zu entspannen. Es geht nicht mehr darum, besonders viel in kurzer Zeit zu erleben. Vielmehr wird der Urlaub zu einer Reise ins eigene Ich. Das Ziel ist es, im wohlverdienten Urlaub Ruhe und Entspannung zu finden, neue Energie zu tanken und Kraft für den Alltag zu sammeln. Dabei kann der Urlaub genutzt werden, um individuelle Strategien zu entwickeln, wie kurze Auszeiten in das tägliche Leben eingebaut werden können. Wichtig ist, die Planungen nach Ende des Selfness-Urlaubs in die Tat umzusetzen.

Was ist der Auslöser für den „Selfness“-Trend?

Für den derzeiten Selfness-Trend gibt es verschiedene Auslöser, die alle Altersschichten betreffen. Menschen haben keinen geregelten Tagesablauf mehr, an dem sich Arbeit und Ruhezeiten ergänzen. Ständige Erreichbarkeit, die intensive Nutzung der digitalen Medien und damit verbundene (Über-) Forderungen von Chefs und Mitarbeitern sind verantwortlich dafür, dass viele Menschen am Abend das Gefühl haben, nicht eine Minute zur Ruhe gekommen zu sein. Die Folge ist ein massiver Anstieg psychischer Probleme, vor allem in Form von Burn Out-Syndrom und Depression. Dem gilt es entgegenzuwirken, und so wurde der Begriff der Selfness geprägt.

Wie setzt man „Selfness“ auf Reisen um?

Selfness

Selfness

Die richtige Wahl des Reiseziels und der Unterkunft macht es möglich, Selfness und Urlaub miteinander zu kombinieren. Es werden bevorzugt Regionen ausgewählt, die Ruhe und stille Momente bieten. Ein Wanderurlaub ist dafür ideal. Auch beeindruckende Naturerlebnisse am Meer oder in den Bergen können der Seele besonders guttun. Es werden Sportarten bevorzugt, die erholsam sind. Dies können Wanderungen sein, ausgedehntes Nordic Walking und Trekkingtouren oder entspannte Fahrradtouren. Meditation, ein Yoga-Urlaub oder Pilates helfen, die Seele frei zu bekommen und gleichzeitig dem Körper etwas Gutes zu tun.

Was ist der Unterschied zu gewöhnlichen Pauschalreisen?

Viele Pauschalreisen sind auf das Vergnügen ausgelegt. Es wird mit Events und Animationen in den Hotels geworben und mit Sportangeboten, die viel Action und Spaß bieten. Das schnelle Leben aus dem Alltag wird im Urlaub weitergeführt. Einige Hotels und Ferienparks wetteifern mit Angeboten, die das Ziel haben, den Urlaubern einen besonders aufregenden Tag zu bescheren. Wenn nach dem Ende des Urlaubs der Arbeitsalltag wieder beginnt, stellt sich heraus, dass der Erholungseffekt deutlich geringer ist als erwartet. Bei hoher Arbeitsbelastung sind die Stresssymptome oftmals ebenso hoch wie vor dem Urlaub oder sogar noch höher. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die Aussicht, bis zur nächsten längeren Erholungsphase viele Wochen oder Monate arbeiten zu müssen, den Stress erhöht, während die Motivation absinkt.

Wird im Urlaub hingegen Wert auf Selfness gelegt und eine Pauschalreise gewählt, die anstelle von Action Ruhe, Besinnung und entspannte Erholung fördert, kann während des Urlaubs die so notwendige Kraft getankt werden, die für die Bewältigung eines schnellen und arbeitsreichen Alltags notwendig ist.

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