Unterwegs mit Rentieren im Muddus-Nationalpark
- Tag 1:
- Ankunft im Wildnisdorf
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Gegen 11 Uhr hält der Nachtzug aus Stockholm kommend (Abfahrt gegen 20 Uhr) in Boden, wo Sie in den Regionalzug umsteigen, der nach Nattavaara fährt (Ankunft gegen 14 Uhr).
In Nattavaara werden Sie abgeholt und mit einem Pkw bzw. Kleinbus zum Wildnisdorf gebracht (23 km über eine Schotterstraße). Nach der Ankunft wird Ihnen das Wildnisdorf mit allen Gebäuden und Tieren vorgestellt. Bei der anschließenden Fütterung der Rentiere können Sie sich bereits mit diesen anfreunden, denn die kommenden Tage werden sie Ihre ständigen Begleiter sein.
Nach einem Imbiß mit Lachsbroten geht es ans Verteilen und Einrichten der Schlafplätze. Anschließend kann die Sauna vorbereitet werden: Wasser am Brunnen holen und Sauna auffüllen, Holz hacken und Feuer machen, um am Abend in der Sauna zu schwitzen. Im Gästehaus oder im Blockhaus werden Sie gemeinsam zu Abend essen und sich nachher Ruhe und Entspannung in der Sauna gönnen.
- Tag 2:
- Rentiere kennenlernen
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Lange bevor es im Hohen Norden die ersten Pferde gab, nutzten die Menschen der damaligen Zeit das Rentier als Transportmittel. Heutzutage erlebt man dies jedoch äußerst selten. Sie haben Gelegenheit, bei der Fütterung der Rentiere mitzuhelfen und den Kontakt zu den Tieren zu vertiefen. Im Rahmen des anschließenden “Rentiertrainings” erhalten Sie eine Einweisung bezüglich des Anlegens der Ausrüstungen und des Führens eines Rentieres. Danach wird das Erlernte selbständig erprobt.
Am Nachmittag steht eine kleine Wanderung auf den Hausberg mit Aussichtsmöglichkeit vom dortigen Turm auf dem Programm.
Am Abend bekommen Sie Besuch von einem alten Samen, der sein Leben lang als Rentierzüchter gelebt hat. Er wird aus seinem reichen Erfahrungsschatz erzählen und Sie haben die Möglichkeit, alles über samische Kultur aus erster Hand zu erfahren.
Danach treffen Sie Vorbereitungen für die bevorstehende Tour und können ein letztes Mal vor dem Aufbruch Sauna baden.
- Tag 3–6:
- Wanderung durch den Muddus-Nationalpark
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Nach dem Frühstück und dem Verladen des Gepäcks in die Autos oder Kleinbusse fahren Sie zum Ausgangspunkt Ihrer Wanderung (ca. 60 km).
Während der nächsten vier Tage durchstreifen Sie mit den Rentieren den Muddus-Nationalpark.
Der Muddus-Nationalpark ist knapp 50.000 ha groß, wovon die Hälfte Nadelwald, 20.000 ha Moore, der Rest Mischwald, Birkenwald, Strauchheide, Blockhalden und Wasserflächen sind. Besonders sehenswert sind der Urwald mit seinen Riesenkiefern, Felsschluchten mit interessanter Flora, die mosaikartigen Moore und der Muddusfall, ein mächtiger 40m hoher Wasserfall. Durch abfließendes Gletscherwasser und Frostsprengungen sind die beiden beindruckenden Schluchten Moskoskorsu und Muddusjokktal entstanden. Die Seen Muddusjaure und Muddusluobbal liegen im Zentrum des Nationalparkes, umgeben von ausgedehnten Moorflächen, aus denen urwaldbewachsene Inseln mosaikartig hervorragen. Im Muddus selbst gibt es eine Vielzahl seltener Pflanzen und Tiere. Nicht umsonst wurde der Muddus-Nationalpark mit dem Naturschutzdiplom des Europarates ausgezeichnet: European diploma for nature conservation.
Sie werden den südlichen Teil des Parks mit den Rentieren durchwandern. Die Tagesetappen betragen zwischen acht und zwölf Kilometer. In der Regel wandern Sie auf gut begehbaren schmalen Wanderwegen, welche in Sumpfgebieten durch sogenannte Bohlenwege ersetzt werden.
Während der Wanderungen kommen Sie an vielen der besonderen Sehenswürdigkeiten vorbei, wie zum Beispiel dem Muddusfall, der Moskoskorsuschlucht oder dem Vogelbeobachtungsturm. Übernachtet wird, je nach Lagerplatz, in sehr einfachen Holzhütten oder Zelten. An manchen Lagerplätzen besteht die Möglichkeit, in modernen Wanderhütten zu schlafen. Gekocht wird während der Tour in der Regel auf dem offenen Feuer – bei der Essenszubereitung, aber auch bei allen übrigen anfallenden Arbeiten wird die aktive Mithilfe der Gäste erwartet (dies sollte für alle TeilnehmerInnen selbstverständlich sein).
Es wird bewusst auf eine detaillierte Beschreibung der Tagesetappen verzichtet, da in der Gestaltung des Ablaufs flexibel auf die Wünsche und Konditionen der Teilnehmer eingegangen soll und auch die Witterungsverhältnisse eine gewisse Rolle spielen.
Am Spätnachmittag des 6. Tages kehren Sie ins Wildnisdorf zurück.
- Tag 7:
- Fahrt zum Polarkreis
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Nach dem Frühstück fahren Sie zum Polarkreis und dem berühmten Polarkreisportal. Hier werden Sie gemeinsam Kaffee/Tee trinken und Kanelbullar (Zimtschnecken) essen und diesen besonderen Platz kennenlernen. Der restliche Tag steht ganz im Zeichen der Steinzeit. Sie werden Lachs nach einem steinzeitlichen Rezept in Birkenrinde in der Kochgrube zubereiten. Ein kulinarisches Abenteuer.
- Tag 8:
- Abschied nehmen
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Der Vormittag steht Ihnen zur freien Verfügung. Auf Wunsch kann noch eine kleine Wanderung organisiert werden. Es ist auf jeden Fall noch genügend Zeit, um sich von den Rentieren und den anderen Bewohnern des Wildnisdorfs zu verabschieden, bevor es nach einem Mittagsimbiss gegen 14 Uhr mit dem Pkw/Kleinbus Richtung Nattavaara geht.
Am Nachmittag fährt vom dortigen Dorfbahnhof der Zug Richtung Lulea ab. In Boden steigen Sie dann in den Nachtzug um, der Sie wieder nach Stockholm bringt. Ankunft am nächsten Tag gegen 7 Uhr. Entweder Sie hängen noch ein paar Tage in Stockholm dran oder setzen Ihre Heimreise nach Deutschland fort.


